Portugal – Küstenwanderungen, Metropolen und Windmühlen

 

Wir möchten euch gerne noch in unser 11. Land dieser Reise mitnehmen! Lasst uns, gut ein Jahr nachdem wir vor Ort waren, zusammen mit den folgenden Zeilen und vielen Bildern dorthin zurück reisen.

Anfang Mai zieht es uns letztlich weiter und wir verlassen das fantastische Andalusien nach über 2 Monaten. Portugal liegt vor uns, über welches wir viel gehört, aber selber bisher noch nichts davon gesehen haben.

Mit der Überfahrt einer Hängebrücke erfolgt der Grenzübertritt fast unbemerkt. Ein Hoch auf die EU, war unser letzter Grenzübertritt von Marokko in die spanische Enklave Ceuta alles andere als ein angenehmes Erlebnis! 🙁

 

So einfach können Grenzübergänge sein! Lasst uns gemeinsam weiter Brücken bauen 🙂

 

An der ersten Ausfahrt verlassen wir die Autobahn auch schon wieder, denn eine Weiterfahrt würde Mautgebühren bedeuten. Zudem liegt bereits kurz hinter der Grenze das erste Vogelbeobachtungsgebiet unweit des Örtchens Castro Marim. An mehreren Stellen durchstreifen wir das Gebiet, welches durch seine Marschlandschaft geprägt ist und so ideale Bedingungen für Wasservögel bietet, aber ebenso für die Gewinnung von Meersalz genutzt wird.

Folgt uns bei unserem Streifzug durch den Naturpark und durch den Ort Castro Marim mit einem Klick auf die folgende Galerie:

 

 

 

Die Südküste der portugiesischen Algarve ist an vielen Stellen sehr touristisch geprägt und entsprechend mit Hotelanlagen bebaut. Wer sich etwas auf die Suche begibt, findet aber trotzdem noch den ein oder andere Ort mit liebreizendem Zentrum und, zumindest zu dieser Jahreszeit, relativ leeren Gassen. Wir versuchen unser Glück in den Orten Tavira und Faro und werden nicht enttäuscht, wie ihr mit einem Klick auf die folgende Galerie feststellen könnt:

 

 

Das Wetter bleibt sommerlich und somit ideal für unsere erste Küstenwanderung in Portugal. Entlang der Steilküste zwischen Alporchinhos und Benagil versuchen wir einen etwas weniger frequentierten Teil der Küste zu erwischen und machen uns auf den Weg. Schnell werden wir mit grandiosen Ausblicken über die sandfarbenen Steilwände und dem herrlich blau schimmernden Wasser des Atlantiks belohnt! Chris fühlt sich gleich an die Südküste Australiens zwischen Adelaide und Melbourne erinnert und zieht Parallelen. Wer hätte das gedacht, dass es solch ein vergleichbares Naturwunder auch in Europa zu bestaunen gibt. Fehlt nur noch, dass ein Känguru hinter dem nächsten Busch hervor springt. 😉

Während wir auf dem Landweg die Küste in relativer Ruhe erkunden können, donnern etwa 10 – 15 Meter unter uns Ausflugsboote in jeder Größe über das Wasser und geben sich gefühlt das „Ruder in die Hand“.

Trotzdem lassen sich viele schöne Blickwinkel dieser Wanderung meist auch ohne Motorboote auf Bildern festhalten, welche wir in folgender Galerie zusammen gestellt haben:

 

 

Obwohl an der Südküste Portugals bereits der Atlantik anbrandet, zeigt sich dieser während unserer Zeit dort relativ ruhig im Vergleich zu dem atlantischen Küstenverlauf in Marokko. Die Kraft des Wassers, welche wir dort öfters beobachten durften, finden wir dann auch an der Westküste Portugals wieder, welche sich im südlichen Teil weiterhin als Steilküste offenbart. Im Gegensatz zur Algarve zeigt sie sich hier jedoch in dunklen Farbtönen und wesentlich schroffer und mächtiger.

Auch das Klima ist ab hier ein gänzlich anderes, mit wesentlich mehr Niederschlag und stets einem scharfen Wind. Die positiven Seiten dieser Küstenregion begegnen uns gleich bei der ersten von vielen weiteren imposanten Wanderungen in Form von einer vielseitig und farbenfrohen Vegetation.

Lassen wir die Bilder für sich selbst sprechen. Taucht mit einem Klick auf die folgende Galerie dorthin ein:

 

 

Nach rund zwei schönen Wochen an der Süd- und Westküste der Algarve begeben wir uns relativ schnellen Schrittes nach Lissabon. Durch die Fahrt über eine riesige Hängebrücke „fällt“ man gefühlt in die Stadt hinein und bekommt während der Überfahrt einen ersten Blick auf die an einer Bucht gelegenen Metropole.

Wir finden einen idealen Stellplatz gleich neben einem kleinen Fußballstadion und verbringen so die Nächte relativ ruhig. Dadurch etwas abseits der Altstadt gelegen, bietet sich das 24-Stunden-Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel an. Dieses liegt preislich bei fairen 6,60 Euro pro Person!

Auch die Straßenbahnstrecken mit den alten Straßenbahnen aus den 30er Jahren sind somit inklusive und wir lassen uns so das ein oder andere Mal im Bereich der Altstadt durch die Gassen rütteln. Man merkt relativ schnell, es sind viele Touristen in der Stadt. Ob im Stimmengewirr, auf den Straßen oder an den Warteschlangen vor der Burg oder dem Kloster wird es häufig deutlich. So versuchen wir uns wie gewohnt etwas abseits der ausgetretenen Pfade zu bewegen. Hier gibt es viele interessante Ecken mit einem etwas anderen Stadtbild zu entdecken. Sich aneinander reihende Prachtbauten, wie in anderen Städten, findet man so in Lissabon nicht. Der Grund ist das Erdbeben von 1755, bei dem 2/3 der Stadt zerstört wurden. Was auffällt, sind viele Graffitibilder und selbst in der Innenstadt leerstehende Häuser. Das spiegelt sehr deutlich die geschrumpfte Einwohnerzahl von 800.000 (1980) auf 500.000 (2007) Einwohner wieder.

Kommt mit nach Lissabon durch einen Klick auf die folgende Galerie:

 

 

Was wir mit Lissabon auf jeden Fall immer in Verbindung bringen werden, ist die spontane Lebensmittelrettung im großen Stil. Wollten wir eigentlich eine gewisse Menge an Lebensmittel retten, was sich heute ja über App arrangieren lässt, war es vor Ort so nicht möglich wegen Umbauarbeiten. Man solle morgen wieder kommen. Große Überraschung beim Verlassen des Ladens, stand doch direkt neben der Eingangstür ein großer ehemaliger Mehlsack (20kg), nun voll mit Backwaren. Das vor Ladenschluss? Da lohnt sich doch nochmal eine kurze Nachfrage. Darauf angesprochen, meinte die Dame wir können es gerne mitnehmen. Erst zögern wir noch, doch wir werden von den Mitarbeitern bestärkt, doch gleich den kompletten Papiersack mitzunehmen. Wow!

 

So eine unverhoffte riesige Gebäckausbeute!

 

Aufgrund der riesengroßen Menge an Semmeln und anderen Backwaren kommt uns spontan die Idee, einfach jeden Passanten, der uns auf dem Rückweg zu unserem Fahrzeug begegnet anzusprechen. Wir fragen ob er oder sie nicht eine oder mehrere Teile geschenkt haben möchte. In diesem Fall kommt es uns mal wieder sehr entgegnen, dass viele Portugiesen gutes Englisch sprechen.

Die Reaktionen könnten unterschiedlicher nicht ausfallen. Es ist eine interessante Erfahrung und Beobachtung, denn wir stellen schnell fest, die Menschen sind es nicht gewöhnt etwas „ohne Haken“ geschenkt zu bekommen. Bereichert und glücklich kommen wir letztlich an unserem Fahrzeug an und konnten auf dem Weg die ein oder andere Backware in gute bzw. hungrige Hände weiter geben. Ein gutes Gefühl, wenigstens diese Lebensmittel vor der Vernichtung gerettet zu haben!

Wir verlassen die Hauptstadt Portugals und ziehen entlang der Küste weiter in Richtung Norden. Auf der Fahrt begegnen uns sehr häufig Windmühlen, in restaurierten bis gänzlich verfallenen Zustand. Das durch den Atlantik beeinflusste Klima bringt seit jeher Wind mit sich, was früher zum Mahlen des Korns und heute für die Energieerzeugung mit modernen Windrädern genutzt wird.

 

Eine herrlich restaurierte ehemalige Windmühle.

 

Eine in Vergessenheit geratene, uralte, ehemalige Windmühle.

 

Windmühlen in allen Farben…

Zwischen Lissabon und der zweitgrößten Stadt Portugals – Porto – gibt es viel zu sehen und entdecken. Wir entscheiden uns für eine möglichst bunte Mischung. Nächstes Ziel ist der Ort Óbidos, dessen Altstadt noch komplett von der Stadtmauer umschlossen ist. Dort streifen wir durch die Gassen, staunen über die tollen Blicke von der rundum begehbaren Stadtmauer aus und genießen das an diesem Tag schöne Wetter.

Ein paar Blicke in und über den Ort haben wir für euch in der folgenden Galerie zusammengestellt:

 

 

Wir fahren als nächstes die Höhle des heiligen Sankt Antonio an, die ein Stück abseits des Küstenstreifens liegt. In der Tropfsteinhöhle kommen wir während der geführten Besichtigung aus dem Staunen überhaupt nicht mehr heraus. Denn die ganze Höhle ist überlagert mit unzählig schönen Formen und Farben. Wieder mal ein wunderbares Beispiel, wie einzigartig unsere Erde ist.

Macht euch gerne selbst ein Bild und kommt ins Staunen mit einem Klick auf die folgende Galerie:

 

 

Nur wenige Kilometer weiter nördlich finden sich wie Perlen auf einer Schnur bedeutende Stätten des christlichen Glaubens. Neben dem Pilgerort der heiligen Fátima sind dies die Abtei in Alcobaca, das Kloster Batalha und die Kirchenburg Tomar.

Wir entscheiden uns für einen Besuch des Klosters von Batalha und der Kirchenburg in Tomar, die beide zum UNESCO Weltkulturerbe gehören.

Das Kloster von Batalha geht auf ein Gelübte aus dem portugiesischen Königshauses im Jahre 1385 zurück. So finden sich noch heute die Gräber der portugiesischen Könige und deren Gemahlinnen aus einer Zeitspanne von über 100 Jahren im Kirchenbau. Über 150 Jahre wurde an dem weitläufigen Komplex gearbeitet, bis der Reichtum Portugals, basierend auf den immensen Goldfunden in den Kolonien, gänzlich aufgebraucht war.

Kommt mit uns auf einen Streifzug durch einen Klick auf die folgende Galerie:

 

 

Im Gegensatz zu „Batalha“ wurde die Kirchenburg in Tomar von Tempelrittern als Wehr-Klosteranlage im Jahr 1162 gegründet. Tatsächlich wurde die Kirchenburg dann von den Arabern im Jahr 1190 belagert, konnte aber von diesen nicht eingenommen werden.

Die Besichtigung der weitläufigen Klosteranlage mit riesigen Gebäudeflügeln kann gut mehrere Stunden dauern, da fast alle Teile der Anlage besucht werden können.

Besonders eindrucksvoll und einmalig sind in unseren Augen der Aufbau mit seinen unzähligen Verzierungen und die Malereien im Innenraum der Rundkirche. Wird einem dann noch das Alter der Malereien bewusst, kommt man aus dem Staunen auch hier wieder nicht heraus.

Für einen kleinen Eindruck zu der Klosteranlage klickt gerne auf die folgende Galerie:

 

 

Auf den letzten 200 Kilometern zwischen Tomar und der Stadt Porto legen wir noch den ein oder anderen Stopp an der Küste, kleineren Orten und Burgen ein. Wir springen mit euch nun aber direkt nach Porto!

Wenn auch genauso wie Lissabon von Touristen geflutet, hat uns diese Stadt am Nordufer des Flusses Douro nochmal besser gefallen als die Hauptstadt. Der Fluss Douro hat hier über die Zeit ein tiefes Flusstal geschaffen. So hat man stets einen vielseitigen Ausblick, entweder auf Porto selbst oder auf die an der anderen Flussseite liegende Stadt Vila Nova de Gaia. Dort befinden sich auch die sehenswerten Lagerhäuser und alteingesessenen Weinkellereien, die Porto durch den Portwein so berühmt gemacht haben. Die beiden Flussseiten sind an dieser Stelle durch zwei imposanten Stahlbrücken aus dem 19. Jahrhundert verbunden, was die Kulisse perfekt ergänzt.

Genießt mit uns den Ausblick und Impressionen durch einen Klick auf die folgende Galerie:

 

 

Während unserer Zeit in der Stadt haben wir unser Fahrzeug in einem ruhigeren Stadtteil von Porto geparkt und dort genächtigt. Für die Fahrt in die Innenstadt nutzten wir die Metro, was dank der günstigen Tagestickets (5€/Person) eine optimale Lösung war. Nachteil an dieser Fortbewegung ist, mit vielen Menschen auf engem Raum, nachdem man sonst der Zivilisation meist fern bleibt – sich garantiert eine ordentliche Grippe einzufangen! 😉

So dauert es nicht lange, bis wir für gut 1,5 Wochen flach liegen. 🙁 Zum Glück längst der Zivilisation wieder entflohen, kurieren wir uns an einem abgelegenen Stellplatz am Ufer eines Flusses aus. Halb wieder auf den Beinen geht es nach zwei kurzen letzten Stopps im Norden Portugals wieder über die Grenze nach Spanien. Dort genießen wir noch für ein paar Wochen den Frühsommer, welcher im Norden der Iberischen Halbinsel doch auch noch sehr wechselhaft mit vielen Gewittern ist.

Nach genau zwei Jahren Reise kommen wir Anfang Juli 2023 wieder in Deutschland an…

Was machen die Beiden seit dem? Sind sie weiter mit ihrem Fahrzeug unterwegs und ohne feste vier Wände? Was sind die Pläne?… Solltet ihr euch diese Fragen stellen, bleibt uns gerne treu und freut euch auf den früher oder später erscheinenden nächsten Beitrag! 🙂

Weltenleben.de Grüße

Chris & Sophia

 

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2 Kommentare

  1. Sabrina Pfeifer

    Sehr schön geschrieben! Porto scheint eine wirklich schöne Stadt zu sein! Aus Hamburg kenne ich die portugiesischen Hörnchen mit vanillecremefüllung. Gab’s die dort zufälliger Weise auch?
    Liebe Grüße
    Sabrina

    • Hallo Sabi,
      vielen lieben Dank für deinen Kommentar und die schöne Rückmeldung! 🙂
      Ohja, stimmt, das portugiesische Gebäck ist wirklich lecker!
      Ja, dieses Hörnchen mit Vanillecreme haben wir in Porto noch entdeckt! Und auch ganz toll sind die Pasteis de Nata, kleine Blätterteigtörtchen mit Eiersahnepudding, die es sogar in jedem Supermarkt in der Backtheke gibt! Und die “Brioche”, die aussehen wie ein dickes Croissant aber einen ganz weichen, süßen Hefeteig haben. Da kann man schonmal ins Schwärmen kommen… ;-D
      Das i-Tüpfelchen ist, das in den kleinen einheimischen Cafes das Meiste, egal ob Kaffee oder Gebäck, nur je ca. 1 EUR kostet. Echt stark!

      Schöne Sommertage und liebe Grüße
      Sophia und Chris

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